Ein Domino

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der „Domino“ ist die älteste Offenburger Fasnachtsfigur. Erste Erkenntnisse hierfür stammen aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts.
Im Jahr 2003 wurde die Figur zu neuem Leben erweckt.
Der „Domino“ ist nicht nur einfach eine Verkleidung: Eine schwarze Robe mit Kapuze, eine Gesichtsmaske aus schwarzem Stoff, schwarze Handschuhe und Schuhe und eine Dätsch (Holzstock mit Rautenmuster). Die Figur passte von ihrem italienischen Ursprung her auch zu unserem damals ausgeübten Carneval.
Die „Dominos“ zogen über die Fasnachtstage von Lokal zu Lokal, hechelten mit mehr oder weniger guten Scherzen bekannte Bürger durch, hielten ihnen Fehltritte oder Missetaten vor, ohne sich selbst zu erkennen zu geben. Ab Mitternacht mussten sie sich demaskieren. Deshalb verließen sie vorsorglich das Lokal rechtzeitig, um nicht erkannt zu werden. Auf den Bällen erschienen ganze Gruppen und trugen zur Erheiterung und guter Stimmung bei.
Gegen Ende des Jahrhunderts, nachdem Offenburg als Garnisonstadt immer größer und damit "fremder" wurde, verschwand dieser jahrzehntealte Brauch. Die neu Zugezogenen zeigten wenig Verständnis für das "Schnaigen".
Ein von Adolf Geck verfasstes "Gesetz zur Regelung und Beförderung des Domino-Unwesens in Bohneburg" von 1898 und 1909 erließ in lustiger Form Verhaltensmaßregeln in 11 Paragraphen, geholfen hat es allerdings nicht.
Zur Wiederbelebung des Brauchtums versuchten nach dem 2. Weltkrieg einige Narrenzünftler wieder ihr Glück. Doch hatte die Figur bei der stärkeren Ausrichtung der Narrenzunft auf die schwäbisch-alemannischen Bräuche keine Chance mehr. Die letzten Dominos verschwanden Mitte der 60-er Jahre aus dem Blickfeld.
Seit der Fasent 2003 gibt es wieder, mit Genehmigung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, eine Dominogruppe innerhalb der Althistorischen Narrenzunft mit Auftritten in Offenburg, die heute wieder erfolgreich „schnaigen“ geht und das Fasnachtsgeschehen bereichert.
Die Identität der „Dominos“ wird streng geheim gehalten und die Namen hinter den „Dominos“ dürfen nicht genannt werden. Verrät jemand einen der Namen so wird er, durch das sogenannte „Zunge schaben“ – Einreiben der Zunge mit scharfem Meerrettich – bestraft. Wer versucht das schwarze Gewand oder die Maske zu lüften, um einen Blick auf den Träger zu erhaschen, macht schnell mit der hölzernen Dätsch Bekanntschaft.

Schau mir in die Augen Kleines!Drei UnbekannteEine

Althistorische Narrenzunft Offenburg e. V.

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